Unternehmensgewinne

Bayerns Unternehmen fehlt Geld für Investitionen

Fast die Hälfte der bayerischen Metall- und Elektro-Unternehmen befindet sich in einem kritischen Ertragsbereich. Das müssen die Tarifparteien bei den anstehenden Verhandlungen im Blick haben.

Bertram Brossardt, Hautgeschäftsführer der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft.

Bertram Brossardt

Hauptgeschäftsführer der bayerischen M+E-Arbeitgeberverbände

In wenigen Wochen beginnen die Tarifverhandlungen in der bayerischen Metall- und Elektro-Industrie (M+E). Wir als Arbeitgebervertreter nehmen unseren demokratischen Auftrag ernst und stehen für einen offenen Austausch mit der Gewerkschaft bereit.

Denn gerade jetzt sind die Tarifparteien angesichts der herausfordernden Konjunkturlage gefragt, gemeinsam die Weichen für die Zukunftsfähigkeit unseres Standorts zu stellen.

Ein Blick in die M+E-Branche zeigt: Viele Unternehmen stehen mit dem Rücken zur Wand. 44 Prozent befinden sich in einem kritischen Ertragsbereich, bestätigt unsere jüngste Sommerumfrage.

Fakten & Hintergründe

Ausreichende Erlöse sind jedoch für Unternehmen überlebenswichtig. Nur sie verschaffen die Möglichkeit für Investitionen, Innovationen, die Sicherung von Beschäftigung und den langfristigen Erhalt des Unternehmens. Und letztlich müssen auch die Gehälter, die ein Unternehmen seinen Mitarbeitenden zahlt, von den Gewinnen gedeckt sein.

In einer Studie hat die Beratungsfirma IW Consult aufgezeigt, dass die gesamtwirtschaftlichen Gewinne 2024 und 2025 um 8,1 Prozent beziehungsweise 1,4 Prozent gesunken sind. Im gleichen Zeitraum legten die Löhne jeweils um mehr als 5 Prozent zu.

Dieses Missverhältnis kann nicht lange gut gehen. Deutschland ist ein Hochlohnland und die hohen Arbeitskosten sind bereits ein Treiber für Verlagerungen. Diesen Trend müssen wir als Tarifparteien stoppen!

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