Lehrwerkstatt, Projektarbeit: So bildet das Alu-Unternehmen Novelis Industriemechaniker aus
Eine Ausbildung mit Herausforderungen, das ist das, was dem 20-jährigen Aleksei Shiriaev gefällt. Mit Ehrgeiz meistert er Projekte und überwindet Sprachhürden. Seinen Ausbilder Marco Masur hat er direkt überzeugt.
Das Wichtigste auf einen Blick:
- Aleksei Shiriaev absolviert bei Novelis eine Ausbildung zum Industriemechaniker.
- Seine Motivation und Zuverlässigkeit überzeugten seine Ausbilder auf Anhieb.
- In der Lehrwerkstatt lernt er, komplexe Anlagen zu warten und zu reparieren – genau das liegt dem 20-Jährigen.
In der Ausbildung Sinn sehen – und sie dann durchziehen
Wenn er etwas anpackt, dann richtig. „Wenn du was machst, dann musst du es auch zu 100 Prozent machen“, sagt Aleksei Shiriaev. Sonst müsse man sich doch fragen: „Warum machst du das überhaupt?“
Diese Einstellung nimmt man dem 20-Jährigen sofort ab. Sie ist mit ein Grund dafür, dass er jetzt beim Aluminiumhersteller Novelis in Plettenberg-Ohle eine Ausbildung zum Industriemechaniker Instandhaltung machen kann: ernsthaft, zielstrebig und interessiert.
Novelis war das Wunschunternehmen des jungen Bewerbers
Vor vier Jahren erst ist Aleksei mit seiner Familie aus Russland zu uns gekommen. Die deutsche Sprache habe ihm Probleme gemacht, erzählt er: „Die Artikel zum Beispiel waren das Schwierigste. Und das Sprechen. Ich hatte immer Angst, Fehler zu machen.“ Aber sein Ehrgeiz und sein Können waren bald erkennbar – das Zeugnis an der Realschule war gut, ein Praktikumsbetrieb, der selbst keine Stelle frei hatte, empfahl ihn weiter und im Vorstellungsgespräch bei Novelis überzeugte er direkt.
Dabei tauchte Shiriaev dort erst einmal gar nicht auf. „Er kam nicht, wir haben gewartet“, erinnert sich Ausbildungsleiter Marco Masur. Dann habe man gesehen, dass er schon siebenmal angerufen hatte, offensichtlich, um seine Verspätung zu erklären. „Leider keine Selbstverständlichkeit“, weiß Masur. Und mit ein Grund, den vielversprechenden jungen Mann einzustellen.
Aleksei Shiriaev persönlich
- Wie kamen Sie zu Ihrem Beruf? Ich habe schon früher mit Holz oder am Computer herumgebastelt. In meinen Praktika hat mir der Beruf Industriemechaniker am besten gefallen.
- Was reizt Sie am meisten? Man ist überall im Betrieb unterwegs und kann überall arbeiten. Es macht Spaß, immer wieder etwas Neues zu lernen und Probleme zu lösen.
- Worauf kommt es an? Man muss wissen, warum man etwas macht, Interesse daran haben. Und man muss 100 Prozent geben.
Shiriaev ist bei seinem Wunschunternehmen gelandet, die Werte und der Verhaltenskodex passen zu ihm. „Es gibt auch viele gemeinsame Aktionen, das gefällt mir.“ Es sei eine Firma voll mit guten Menschen – rund 500 davon gibt es im Ohler Werk.
Nicht so einfach: Mitarbeitende für die sehr speziellen Alu-Anlagen zu finden
Auch die Arbeit passt. „Novelis ist die Nummer eins bei den Aluminiumfirmen“, zeigt sich Shiriaev gut informiert über den Weltkonzern. In Ohle wird Aluminiumband auf großen Walzgerüsten kaltgewalzt und nachbehandelt: Vormaterial für Kaffeekapseln (da ist man einer der größten Lieferanten weltweit), Getränkedosen-Deckel, flexible Rohre und Schläuche für die Automobil-Industrie und Kabelbänder. Auch Aluschalen für die Lebensmittel-Industrie werden in Plettenberg gepresst.
Eine neue Lehrwerkstatt perfektioniert die Ausbildung zum Industriemechaniker weiter
„Wir arbeiten schon mit sehr speziellen Anlagen“ erklärt Marco Masur, „man bekommt nur schwer Mitarbeiter, die damit umgehen können.“ Deshalb baut er gerade eine eigene Lehrwerkstatt auf. In der arbeitet Shiriaev an kleinen Projekten. Mit erfahrenen Kollegen ist er aber auch schon überall im Werk unterwegs, wenn es um Wartung und Reparatur der Anlagen geht.
„Ich liebe Schwierigkeiten“, sagt der junge Mann, „es macht Spaß, Probleme zu lösen.“ Er wollte einen Beruf mit Weiterbildungsmöglichkeiten finden, Erfahrungen sammeln, immer wieder Neues lernen. Das hat ihn auch sprachlich nach vorn gebracht. Geholfen hat auch die Teilnahme an einem Online-Sprachkurs, den der Märkische Arbeitgeberverband im Frühjahr angeboten hatte: „Wir haben uns unterhalten, auch mal etwas gespielt. Das hat viel gebracht.“
Alu-Verarbeitung in Deutschland
- Die deutsche Aluminium-Industrie umfasst die Wertschöpfungskette: von Primär- und Sekundäraluminium über Halbzeug bis zu Verarbeitung und Recycling. Dem Verband Aluminium Deutschland zufolge gab es 2025 knapp 237 Betriebe mit rund 55.800 Beschäftigten.
- Der Branchenumsatz betrug 2025 22,8 Milliarden Euro. Er lag damit höher als fünf (17,7 Milliarden Euro) beziehungsweise zehn Jahre (20,8 Milliarden Euro) zuvor.
- Die wichtigsten Abnehmerbranchen sind Verkehr, Bau und Verpackung.
- Die Herstellung von Press- und Ziehprodukten, vor allem von Profilen, lag 2025 bei 463.000 Tonnen. Seit 2022 sinkt sie.
- Die Produktion von Folien, Tuben, Aerosol- und sonstigen Dosen sowie Alu-Pulver belief sich 2025 auf rund 280.000 Tonnen und verzeichnet seit 2023 ebenfalls eine leicht schrumpfende Tendenz.
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