IT-Sicherheit

Zehn Tipps zum Schutz vor Cyberangriffen

Wie schützt man sich vor Cyberangriffen und was ist im Ernstfall zu tun? Wir nennen die wichtigsten To-dos für Cybersecurity im Job. Sie stärken im Übrigen auch ihre private IT-Sicherheit.

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Cyberangriffe erfolgen per E-Mail, USB-Stick, gefälschte Webseiten und Anrufe. Absender und Anliegen vor dem Anklicken immer prüfen!
  • Sichere Verbindungen und starke Passwörter schützen Geräte und Daten. Vertrauliche Unterlagen sollten nicht offen herumliegen.
  • Verdächtige Nachrichten sofort der IT melden – auch wenn Ihnen selbst ein Fehler passiert ist.

E-Mail, USB-Stick oder auch das gute, alte Telefon: Cyber-Kriminelle nutzen viele Angriffsflächen, um in Firmen einzudringen. Sogar der Papierkorb gibt oft ungewollt Geheimnisse preis. aktiv zeigt mit Tipps vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), wie man sich vor Cyberangriffen schützt, auch und gerade in Zeiten von mobiler Arbeit.

Zentral für Cybersecurity im Job: Nur im geschützten Netzwerk arbeiten

Generell gilt für alle Arbeiten von zu Hause oder unterwegs: Wie in den Büroräumen in der Firma muss auch hier sichergestellt sein, dass Unbefugte keinen Zugriff auf dienstliche IT und Unterlagen haben. Ein kryptografisch abgeschirmtes Virtual Private Network (VPN) etwa ermöglicht Telearbeitern sicheren Zugriff auf das Netz des Arbeitgebers aus der Ferne. Dazu die Unternehmensgeräte und freigegebenen Zugänge nutzen. Trennen Sie Arbeitsumgebung und private Nutzung konsequent voneinander.

Tipp Nummer eins: Halten Sie Viren und Trojaner draußen

Schadprogramme kommen oft auf Speichermedien daher. Ein beliebter Trick ist der „USB-Drop“: Auf dem Parkplatz oder in der Raucherecke wird ein verseuchter Stick ausgelegt, in der Hoffnung, dass ein Mitarbeiter den „kostenlosen“ Speicher am Arbeitsplatz verwendet. Zum Schutz nur vom Unternehmen freigegebene Speichermedien verwenden.

Tipp Nummer zwei: Prüfen Sie Nachrichten kritisch

Saboteure lieben die elektronische Post, nutzen Viren im E-Mail-Anhang, versteckte „Zugaben“ in Downloads oder bösartige Makros in einem Office-Dokument. Manchmal genügt auch ein präpariertes Werbebanner – schon ist der PC infiziert. Daher vor dem Anklicken überlegen, ob Absender, Betreff und Text der Nachricht stimmig sind. Unerwartete Links, Anhänge und Datenforderungen immer prüfen und bei Zweifeln über einen bereits bekannten, unabhängigen Kontaktweg nachfragen und intern melden.

Niemals private E-Mails mit dubiosem Inhalt an die Büroadresse weiterleiten, um sie dort in der vermeintlich sichereren Umgebung zu öffnen. Damit könnten Sie den Effekt des Cyberangriffs vervielfachen. Denn schlimmstenfalls verseucht man so das ganze Firmennetz.

Tipp Nummer drei: So erkennen Sie Phishing-Versuche

Vorsicht auf Webseiten, die Zugangsdaten verlangen. Sieht das Logo plötzlich anders aus, sind Schreibfehler auf der Seite? Das sollte stutzig machen, es ist ein Hinweis auf Kriminelle. Die Täter angeln mit geschickten Ködern, kopieren etwa das Erscheinungsbild bekannter Angebote und fangen die eingegebenen Passwörter ab. Die nutzen sie für Attacken und Betrügereien. Schreibfehler oder ein falsches Logo sind allerdings nur mögliche Warnzeichen. Cyberangriffe werden immer professioneller. Das heißt, sie stammen von scheinbar bekannten Absendern und sind nicht anhand offensichtlicher Anzeichen zu erkennen.

Nützliches Wissen

Tipp Nummer vier: Achten Sie auf Sicht- und Lauschschutz

Augen auf und Ohren spitzen heißt es auf Dienstreisen. Beim scheinbar harmlosen Über-die-Schulter-Schauen („Shoulder surfing“) fließen vertrauliche Informationen ab. Am Laptop dient ein Blickschutzfilter der IT-Sicherheit. Das ist eine Spezialfolie, die man auf den Bildschirm klebt. Maßnahmen gegen Lauschangriffe in der Flughafenlounge: sich zum Telefonieren ein ruhiges Eckchen suchen. Keine Namen, Schlüsselbegriffe und Details nennen.

Tipp Nummer fünf: Verhindern Sie WLAN-Cyberangriffe

Offene Drahtlos-Netzwerke sind zwar kostenlos, dafür fließen Daten ungesichert hin und her. Sie können abgefangen werden, ohne dass man es bemerkt. Ins WLAN einloggen und lossurfen? Cybersecurity geht anders.

Vertrauliche Daten sollten nur verschlüsselt und nach den Vorgaben des Unternehmens über offene WLANs übertragen werden. Nutzen Sie das Unternehmens-VPN. Deaktivieren Sie automatische WLAN-Verbindungen.

Tipp Nummer sechs: Vermeiden Sie Fallen wie Social Engineering und Spoofing

Hilfsbereitschaft ist okay, aber besser zweimal überlegen, bevor man „netten“ Unbekannten, die scheinbar vertraut klingen, allzu viel über die eigene Firma verrät – oder ihnen gar unter Zeitdruck einen folgenschweren Gefallen tut. 

Spoofing ist ebenfalls eine Methode des Social Engineering. Fremde, die nichts Gutes im Schilde führen, geben sich am Telefon oder Deepfake-Video-Call zum Beispiel als Vorgesetzte aus. Dieser sogenannte CEO-Fraud wird immer ausgefeilter. Mittels Technik können sie jede beliebige Nummer auf dem Display erscheinen lassen (manipulierte Absender). Bei dubiosen Anrufen auflegen und sich direkt beim Vorgesetzten rückversichern. Die Nummer selbst eintippen, sonst landet man wieder beim Betrüger.

Übrigens lassen sich auch E-Mail-Absender manipulieren. Aus diesem Grund nicht auf „Antworten“ klicken, sondern die Adresse selbst eintippen.

Tipp Nummer sieben: Führen Sie die Sicherheitsupdates durch

Updates für Betriebssysteme, Programme und mobile Geräte zeitnah installieren. Das BSI empfiehlt, Sicherheitsupdates so schnell wie möglich einzuspielen, gerade im Hinblick auf vermehrt zu erwartende Angriffe durch Künstliche Intelligenz.

Tipp Nummer acht: Managen Sie Ihre Passwörter sicher

Kennwörter weder notieren noch weitergeben. Der eigene Name, Begriffe aus dem Wörterbuch und Zahlenfolgen wie 123456 sind tabu, sie lassen sich schnell knacken. Zweifaktor-Identifizierung oder Passkeys aktivieren. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) rät dazu, Konten auf diese Weise abzusichern, statt Passwörter pauschal in festen Abständen zu wechseln.

Tipp Nummer neun: Seien Sie sich der Schwächen von Zutrittskontrollen bewusst

Mit gestohlenen Ausweisen oder manipulierten Erkennungssystemen verschaffen sich Unbekannte Zutritt zum Gebäude. Verhält sich jemand komisch, darf man höflich, aber bestimmt nachfragen, was er da eigentlich macht. Und sich nicht täuschen lassen, wenn der Fremde einen beim Vornamen nennt. Denn oft gehen dem Angriff Recherchen und Beobachtungen voraus.

Tipp Nummer zehn: Setzen Sie die Clean-Desk-Policy um

Aufräumen am Feierabend hilft gegen Schnüffler. Akten nicht offen herumliegen lassen. Auch an den Papierkorb denken. Vertrauliche Unterlagen gehören in den Schrank. Werden sie nicht mehr gebraucht: ab in den Aktenvernichter.

Extra-Tipp: Halten Sie sich an die Meldekette der IT-Sicherheit

Opfer eines Cyberangriffs kann jeder werden, häufig unverschuldet. Doch selbst wenn einem ein Fehler unterlaufen ist, sollte man die Sache nicht vertuschen, aus Scham oder weil man die Folgen fürchtet. Bei einem möglichen Vorfall unverzüglich die interne IT oder Sicherheitsstelle informieren – zum Beispiel bei einem versehentlich geöffneten verseuchten E-Mail-Anhang.

So können Sicherheitsbeauftragte schnell reagieren. Das BSI empfiehlt Unternehmen, interne Meldewege festzulegen. Damit im Ernstfall jeder weiß, wie die Reaktionskette bei einem Cyberangriff rasch und reibungslos funktioniert.

Friederike Storz

aktiv-Redakteurin

Friederike Storz berichtet für aktiv aus München über Unternehmen der bayerischen Metall- und Elektro-Industrie. Die ausgebildete Redakteurin hat nach dem Volontariat Wirtschaftsgeografie studiert und kam vom „Berliner Tagesspiegel“ und „Handelsblatt“ zu aktiv. Sie begeistert sich für Natur und Technik, Nachhaltigkeit sowie gesellschaftspolitische Themen. Privat liebt sie Veggie-Küche und Outdoor-Abenteuer in Bergstiefeln, Kletterschuhen oder auf Tourenski.

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